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Motorräder die vor dem ersten Januar 1962 zugelassen wurden brauchen keine Blinker, sondern die Fahrer müssen beim abbiegen einzig die Hand raushalten. Nachdem aber die meisten von uns sich mit Motorrädern durch die Welt bewegen die etwas jünger als von Januar 62 sind, müssen wir uns mit diesen, wie heißt es doch gleich, Fahrtrichtungsanzeigern, beschäftigen.
 

Wer irgendwann einmal für Erstatz der Blinker sorgen muss, wird zwangsläufig mit den Preißvorstellungen der Hersteller konfrontiert. Dem gegenüber steht ein großes Programm von Zubehörlieferanten die günstige Alternativen anbieten. Zu diesen Alternativen gehören auch die Blinker am Lenkerende, früher auch Ochsenaugen genannt. Aber wie immer steht der Biker vor den "Teilchen", mit der Frage: Darf ich diese Dinger eigentlich verwenden und wie schraube ich die eigentlich an?.

Technisch ist weitesgehenst kein Einwand zu den Lenkerblinkern zu erheben. Die auf dem Markt erhältlichen sind eigentlich durchweg mit dem "E"-Prüfzeichen oder sogar mit der ECE Typengenehmigung versehen und entsprechen somit den EG Richtlinien.

Damit der deutsche TÜV auch etwas hat, woran er sich festhalten kann, regelt der Paragraph 54 der StVZO die Anbauanlage der Blinker.

Die Blinker sind Paarweise an Vorder, und Rückseite des Fahrzeugs angebracht. Der innere Rand der vorderen Blinkergläser sollen einen Mindestabstand von 100 Milimetern zum Scheinwerferrand und 170 Milimetern zur gedachten Senkrechten durch die Fahrzeugmitte aufweisen. Der innere Rand der hinteren Blinkergläser muss mindestens 120 Milimeter Abstand aufweisen. Außerdem ist ein Mindestabstand von 35cm zur Fahrbahn einzuhalten.

Über Geschmack lässt sich nicht streiten, wer die "Ochsenaugen" gut findet, kann sie auch fahren unter den oben genannten Vorraussetzungen. Es gibt einige sie "nur" die Lenkerblinker fahren wollen, damit stoßen sie aber beim TÜV auf den o.g. Passus "Paarweise vorne und hinten". Je nach "Man in blue" geht das aber auch.

Weiter schreibt der Paragraph eine Blinkfrequenz von 90 (plus/minus 30) Takten pro Minute vor. Na dann, vie Spaß beim zählen. ;-))))

Aber genug der Theorie, auf in die Praxis :-) Klar ist, es gibt immer mehrere Wege etwas zu tun. Der von mir hier gezeigte ist daher nur ein Weg die Teile anzubauen.

Ebenfalls geschenkt habe ich mir die Beschreibung des Abbaus und beginne daher beim Anbau und setze mal voraus, dass Ihr gleichzeitig einen neuen Lenker montiert habt (Was in den meisten Fällen wohl so sein wird). Informationen wie man einen Lenker wechselt gibt es hier mit dem Thema Lenkerwechsel.
 


Ausgangslage

Hier seht Ihr die Ausgangslage, alles im Originalzustand. Jetzt geht es also erst einmal an das Auseinanderbauen und der Montage des neuen Lenkers, so den ein neuer montiert wird. Informationen zum Lenkerwechsel hier: Lenkerwechsel.

Voraussetzung für diese Montage ist der Gedanke, an jeden Blinker zwei Drähte für Plus und Minus heranzubringen und jeden Blinker auch eigenständig zu versorgen. Somit entfällt die Diskussion über "Masse über Lenker", "Welche Drähte wohin", usw. Weiter wollte ich kein Loch in der Mitte des Lenkers haben. Ziel war es, parallel zur Originalverkabelung zu gehen, damit man den zusätzlichen Draht erst gar nicht sieht.

Kabelverlegen

Zur Montage des neuen Lenkers musstet Ihr ja auch Löcher in den Lenker bohren, damit die Schaltergehäuse sauber auf dem Lenker Platz finden. Ausgehend davon, dass Ihr jetzt einmal alles montiert habt (zumindest so handwarm) und das die Löcher richtig sitzen, geht es jetzt weiter.

Im oberen Bild, also der rechten Griffeinheit, seht Ihr, dass das Kabel durch ein Loch in den Lenker geführt wird und am Ende heraushängt. Bei der rechten Griffeinheit, bohrt Ihr dazu in einem Abstand von ca. 5mm in Richtung Lenkerende ein zweites Loch neben dem, welches für die Raste in der Schaltereinheit gebohrt wurde, bzw. vorhanden ist. Durch dieses Loch wird das Kabel geführt (ACHTUNG, entgraten nicht vergessen). Ein Loch unten zu bohren ist relativ zwecklos, da in der Schaltereinheit im unteren Bereich recht wenig Platz ist. Da es gilt ein Kabel zu nutzen was schon mal einen "Ratscher" im Lenker aushalten kann, ist dies eher schlecht. Bei der linken Seite kommt dazu, dass man die Zugentlastung der Originalverkabelung einmal ausbauen muss, um an dem Steg ein wenig etwas wegzufeilen, damit das Kabel dort herauskommen kann.

Im unteren Bild, also der linken Griffeinheit seht Ihr das Kabel ebenfalls aus dem Lenker oben herauskommen. Dazu macht Ihr aus dem bereits vorhandenen Loch ein Langloch (ca. 5mm länger) in Richtung Lenkermitte. Ach hier von oben bohren, da in der Schaltereinheit sonst zuwenig Platz. (WICHTIG, verlängern Richtung Lenkermitte, da Ihr sonst die Schaltereinheit nicht mehr aufgebaut bekommt.)

Beide Kabel werden dann um den Lenker drumherum gelegt um dann mit der Originalverkabelung aus der Schaltereinheit herauszukommen. Dies müsst Ihr ein wenig testen. Wenn die Schaltereinheit sauber draufpasst, dann noch einmal ab mit der ganzen Chose und das Kabel noch einmal herausziehen zur Kontrolle, damit sichergestellt ist, dass das Kabel keinen Schaden hat. Wenn ja, tauschen, wenn nein, wieder rein damit, aber erst nachdem Ihr die Gummieinsätze der Blinker angepasst habt. Denn in der Regel werden verschiedene Gummieinsätze mitgeliefert für die verschiedenen Innendurchmesser der Lenker. Diese Anpassung geht ohne das Kabelgedönse einfacher :-)
Aus beiden Enden schauen also jetzt die Kabel heraus. Diese abisolieren und mit dem Lötkolben schon einmal verzinnen.

 

 

 

 

 

Blinkervorbereitung 

Geliefert werden die Blinkereinsätze (sehen ein wenig wie Zünder aus :-)) mit längerem Kabel dran und Kupferfedern angesetzt, zwecks Masseverbindung zum Lenker. Der Hersteller geht also in der Regel von folgender Anbauvariante aus. Ein Massekabel an den Lenker und auf einer Seite die beiden Blinkerdrähte zum Lenker. Dann von der einen auf die andere Seite ein Kabel durchziehen. Ich halte das für Quak :-)

Ich habe an jeden Blinker wie schon oben beschrieben zwei Drähte gebracht. Schafft natürlich das Problem, wie bekommt man die Masse an die Blinkereinheit.

Das mittlere Kabel was original am Blinker ist, ist der Pluskontakt. Dazu gilt es eine Masseverbindung mit der Blinkereinheit zu schaffen. Ich habe dazu eine Mutter auf das Gewinde der Blinker aufgedreht, ein Stück Kabel abisoliert und verzinnt, eine Kabelöse gebogen und dann eine zweite Mutter davor gedreht. Das ganze fest verschraubt, fertig ist die Masseverbindung. Ihr müsst nur drauf achten das sich die Mutter die für das quetschen des Gummis zuständig ist, noch bewegen lässt. Am Ende noch einen Kabelbinder drauf und ein wenig Überzieh, oder Schrumpfschlauch, fertig ist der Blinker.

Blinkervorbereitung 

Die Blinker werden jetzt an die beiden Drähte die aus dem Lenker schauen angelötet. Dabei merkt Euch welche der Drähte für Plus oder Minus da sind. Die Überzieh, oder Schrumpfschläche über die Lötstelle ziehen und fertig.

Das Quetschgummi des Blinkers habt Ihr ja schon vorher so angepasst, dass die Blinkereinheit so gerade eben (schlürfend sozusagen :-)) in den Lenker zu schieben ist. Jetzt zieht Ihr das Kabel aus dem Loch heraus und führt dabei die Blinkereinheit in den Lenker ein. (Wer dünne Drähte genutzt hat, kann versuchen die Blinkereinheit einfach reinzuschieben. Wenn das geht, gut, dann hat man eine Reserve wenn man das Teil mal ausbauen muss. Bei mir klappte das nicht)

Wenn die Blinkereinheit drinn ist, nur kurz andrehen, damit die Einheit fest ist, das reicht und schont das Kabel. Richtig fest wird es noch gedreht wenn der Blinkerkopf draufkommt.

Blinkereinbau 

Jetzt könnt Ihr die Schaltereinheiten und den Rest fest montieren. Wie oben beschrieben und wie auf den Bildern zu sehen, kommen die Kabel an gleicher Stelle wie die Originalverkabelung aus den Schaltereinheiten.

Danach zieht Ihr längst des Originalkabelbaums etwas versteckt das Kabel in die Lampe. Natürlich kann man das auch ganz in Schön machen und einen neuen Überziehschlauch über alles ziehen, oder das zusätzliche Kabel noch in den Originalkabelbaum quetschen.

In der Lampe lötet Ihr dann die beiden Kabel an die vorher vom Originalblinker abgeschnittenen Stecker. Dabei beachten, die jeweils Schwarz-Weiß gekennzeichneten Kabel sind Masse. Beachtet Ihr das nicht, habt Ihr eine LightShow und keinen Blinker ;-).

Letzter Akt

Die Blinkerköpfe müssen noch aufgeschraubt werden. Das dürfte nicht die größte aller Hürden sein :-) Nur eines dazu. Durch die Gummihalterungen fühlen die sich nie wirklich "bombig" an, dass ist auch normal. Daher mit dem Fest drehen etwas vorsichtig sein, auch im Hinblick darauf, dass bei dieser Anbauvariante sich die Kabel mit drehen. Also, weniger ist da manchmal mehr.

Fertig

So, sollte alles richtig gemacht sein und gut laufen, blinkt es jetzt am Lenker und das Ganze sieht so aus.

Klar ist, dass die Nummer hier als "Tip" zu verstehen ist und keine professionelle Anbauanleitung ersetzt und ich somit keine Haftung für irgendwelche ähnlich durchgeführten und schief gegangenen Anbauten übernehme ;-)

 

Letztes Pageupdate 25 Sep, 2006